Im vergangenen Jahr haben viele Beiträge erklärt, wie autonome, intelligente Programme in der Arbeit gegen Finanzkriminalität helfen können. Es ging zuerst darum, die Grundlagen zu verstehen: diese Programme können Aufgaben planen, Entscheidungen treffen und sich an veränderte Situationen anpassen. Wichtig war dabei zu zeigen, wie sie konkrete Arbeitsabläufe ausführen und dabei mit Menschen zusammenarbeiten. Ein weiteres Thema waren die direkten Vorteile für Compliance-Teams: die Programme sorgen dafür, dass Entscheidungen einheitlicher getroffen werden, Regeln besser eingehalten werden und Mitarbeitende von zeitaufwändigen Routineaufgaben entlastet werden. Parallel dazu gab es viele Berichte über neue Regulierungen und hohe Geldstrafen gegen Institute, weil sie ihre Kontrollen nicht ausreichend hatten. Diese Ereignisse haben deutlich gemacht, wie viel Geld und Reputation durch bessere technische Lösungen eingespart werden können. Außerdem stieg das Interesse an solchen Systemen stark an, so dass es viele unterschiedliche Auffassungen darüber gab, was genau diese Programme leisten. Deshalb wurde erklärt, wie man eine klare, praxisnahe Definition für den Einsatz in der Geldwäschebekämpfung finden kann. Das führte dazu, dass viele Unternehmen um Vorführungen und konkrete Beispiele baten.
Praktisch können diese autonomen, intelligenten Programme viele Aufgaben übernehmen, die für Geschäftsführer wichtig sind. Sie können zum Beispiel eingehende Zahlungen automatisch prüfen und dabei ungewöhnliche Muster erkennen. Sie können Kundenprofile so auswerten, dass Hinweise auf ein erhöhtes Risiko schneller sichtbar werden. Sie können laufend Sanktions- und Negativlisten kontrollieren und so verhindern, dass Geschäfte mit problematischen Personen stattfinden. In Verdachtsfällen können sie alle relevanten Dokumente sammeln, eine erste Einschätzung vornehmen und eine übersichtliche Zusammenstellung für die Mitarbeitenden erstellen, damit diese schneller entscheiden, ob ein Meldung weiterverfolgt werden muss. Sie können auch Berichte für Aufsichtsbehörden vorbereiten, Protokolle für Prüfungen erzeugen und interne Arbeitsabläufe automatisieren, etwa die Zuweisung von Fällen an die richtigen Prüfer. Weiterhin lassen sich solche Systeme für die Prüfung von neuen Produkten, für die Überwachung von Transaktionen in Echtzeit und für Schulungen nutzen, indem sie beispielhafte Fälle erzeugen oder Mitarbeitenden simulierte Prüfungen anbieten.
Für Geschäftsführer, die solche Technologien einführen wollen, sind einige Anpassungen wichtig. Zuerst sollte klar sein, welches Ziel man verfolgt: geht es vor allem um bessere Einhaltung von Regeln, um schnellere Bearbeitung oder um Kosteneinsparung? Kleine, gut kontrollierte Testprojekte helfen, Erfahrungen zu sammeln, bevor man groß ausrollt. Es ist wichtig, Lösungen zu wählen, die bereits erprobt sind und nachweislich Risiken reduzieren, und sie schrittweise in die vorhandenen IT-Systeme einzubinden. Menschliche Kontrolle darf nicht wegfallen: Mitarbeitende müssen Eingriffe vornehmen können und jederzeit nachvollziehen, wie eine Entscheidung zustande gekommen ist. Dafür braucht es nachvollziehbare Protokolle und Berichte. Weiterhin sollten Führungskräfte in Schulungen investieren, damit das Team versteht, wie die Technik unterstützt und wo sie Grenzen hat. Datenqualität ist ein weiterer zentraler Punkt: schlechte oder unvollständige Daten führen zu falschen Ergebnissen, daher muss die Datenpflege und -überwachung verbessert werden. Governance und klare Verantwortlichkeiten sind nötig, damit Compliance-Anforderungen erfüllt werden und regulatorische Erwartungen bedient werden. Schließlich sollte die Wirkung laufend gemessen werden: wie viel Zeit wird eingespart, wie viele Fehlalarme werden reduziert, wie verbessert sich die Einhaltung der Regeln? Solche Kennzahlen helfen beim Entscheiden über die weitere Skalierung.
Regulierungsbehörden erwarten zunehmend, dass Institute moderne Technik einsetzen, um mit kriminellen Methoden Schritt zu halten. Hohe Strafen in Millionenhöhe zeigen, dass Nachholbedarf teuer wird. Deshalb ist es für Geschäftsführer sinnvoll, nicht nur die Technik zu kaufen, sondern Prozesse, Rollen und Kontrollen so anzupassen, dass die Technik sicher, nachvollziehbar und dauerhaft wirksam ist. In den kommenden Monaten und Jahren werden praktische Anwendungsbeispiele aus der Praxis und Berichte darüber, wie andere Unternehmen die Technik operativ nutzen, besonders wertvoll sein. Wer jetzt kleine, durchdachte Schritte macht, legt den Grundstein dafür, Betriebskosten zu senken, Konsistenz zu erhöhen und das Risiko für sein Unternehmen deutlich zu verringern.